Eine Fotocollage der Ausschnitte aus den Theaterstücken, die Preise gewonnen haben

4. bundesweiter Theater-Wettbewerb

zu Biographien der Opfer der NS-"Euthanasie"-Verbrechen

Logo andersartig gedenken on stage mit Einsendefrist Januar 2023

 

Frist für die Einreichung der Theaterstücke 16. Januar 2026

 

Der Theaterwettbewerb andersartig gedenken on stage geht weiter! Der Förderkreis Gedenkort T4 e.V. veranstaltet bereits den 4. Jahrgang. Wollt ihr dabei sein? Hier geht es zu den Teilnahmebedingungen für Schultheater und für inklusive Erwachsenen-Theater.
Der Wettbewerb wird gefördert durch die Aktion Mensch.

 

Das war andersartig gedenken on stage 2023!

Preisverleihung am 20. Juni 2023

Das war die Preisverleihung von andersartig gedenken on stage 2023! Wir sind alle bewegt und berührt.  Es war uns eine große Freude und Ehre sechs Theatergruppen für ihre theatralische Arbeit zu Biografien der Opfer der nationalsozialistischen "Euthanasie"-Verbrechen auszuzeichnen. Im April 2021 hat der Förderkreis Gedenkort T4 e.V. den 3. Jahrgang des Theaterwettbewerb ausgelobt. Zum 31. Januar 2023 wurden 13 Wettbewerbsbeiträge eingereicht.

Am 20. Juni 2023 wurden insgesamt drei Schultheater und drei inklusive Erwachsenen-Theater in Berlin im Pfefferberg Theater ausgezeichnet. Ein Abend voller beeindruckender Momente. Danke an Jürgen Dusel, den Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen und Schirmherr des Wettbewerbs für das Grußwort!  Seine Worte (siehe weiter unten) klingen noch nach. Dr. Gisela Höhne führte in die Juryarbeit ein und machte deutlich, mit welcher Ernsthaftigkeit und in welchem Prozess es gelungen ist, die Preisträger*innen zu ermitteln.

Nach der Preisverleihung spielte das Ensemble LichterSchatten der Marienschule Münster das mit dem 1. Preis in der Kategorie Schultheater ausgezeichnete Stück BRIEFE NACH EWIGHEIM. 7 junge Frauen, erst 15 Jahre alt, schufen zusammen mit ihrem Theaterpädagogen Christian Reick ein dokumetarisches Theaterstück, das unter die Haut geht. Sie lasen aus historischen Dokumenten, stellten Täter- und Opferperspektive gegeneineander. Sie nahmen Bezug zu Heute und fanden zarte und dennoch kraftvolle Verbindung zu den ausgewählte Opferbiografien.

An alle Preisträger*innen in den beiden Wettbewerbskategorien herzlichen Glückwunsch! Mehr über die Preisträgergruppen und ihre preisgekrönten Produktionen und die jeweilige Laudatio der Jury lesen Sie weiter unten.

 

Preisträger*innen/ Inklusives Erwachsenen-Theater

1. Preis: Theater Reutlingen Die Tonne; 2. Preis: David Stöhr & Ensemble; 3. Preis: Theater Odos

Preisträger*innen/ Schul-Theater

1. Preis: Marienschule Münster; 2. Preis: Bertolt-Brecht Gymnasium Brandenburg an der Havel; 3. Preis: Carl-Orff-Gymnasium Unterschleißheim und Augustinum Werkstätten Oberschleißheim.

Auf den Fotos unten: Jürgen Dusel, Bundesbehindertenbeauftragter und Schirmherr mit seiner Frau Alexandra Dusel, ein Blick ins Publikum, das Ensemble LichterSchatten mit dem Theaterstück "Briefe nach Ewigheim",  Stana Schenck (Projektleitung) und Irit Kulzk, 1. Vorsitzende Förderkreis Gedenkort T4 e.V. (Träger des Wettbewerbs). Im Hintergrund das Logo des Förderers - Aktion Mensch und die Kooperationspartner: Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Bundeswerband Theater in Schulen und die Logos des Schirmherren.

 


Grußwort von Jürgen Dusel, Schirmherr des Wettbewerbs

Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen

„Zu erinnern, das ist zentral für unsere Demokratie. Erinnern an die Opfer der sogenannten „Euthanasie“-Verbrechen im Nationalsozialismus, dieses Menschheitsverbrechen an mehr als 300.000 Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen, die ermordet wurden in der Nazi-Zeit. Wie konnte das passieren? Wie konnte es sein, dass aus Heilenden, aus Helfenden, aus Tröstenden Mordende wurden? Hinter den Opfern, hinter jeder Zahl, stehen Biografien. Es ist wichtig, dass wir neue Formen des Erinnerns finden. Möglichst inklusive Formen. Da spielen natürlich die Theater eine ganz wesentliche Rolle.  (Mehr...)

Wir bedanken uns bei allen Theatergruppen, die eingereicht haben, danke an alle Preisträger*innen, danke an die Jury, danke an das Pfefferberg Theater für den wunderbaren Ort. Danke an alle unterstützende Organisationen, durch die wir die Kofinanzierung sichern konnten.

Fotos oben von links nach rechts: 1. Irit Kulzk, 1. Vorsitzende des Förderkreises Gedenkort T4 e.V. - Träger des Theaterwettbewerbs; 2. Stana Schenck, Initiatorin und Projektleiterin; 3. Stefan Schenck, Initiator und Projektmitwirkender im Gespräch mit Sigrid Falkenstein (Angehörige eines Opfers, Autorin und ehemaliges Jurymitglied), Alexandra Dusel und Jürgen Dusel (Schirmherr des Wettbwerbs), Erol Celik (Aktion Mensch, Projektförderer) und Christian Reick (Theaterpädagoge der Marienschule Münster - 1. Preis Schultheater) ; 4. Logos der Unterstützer-Organisationen.

Fotos unten von links nach rechts: 1. Auschnitt aus allen Wettbewerbsbeiträgen 2023; 2. Am Empfang ins Theater begrüßte Silke Schmidt, Schatzmeisterin des Förderkreises Gedenkort T4 e.V.;  3. Jessica Pawlak (Foto) und Lilia Nentwig dolmetschten in die Deutsche Gebärdensprache; 4. für die Technik sorgten Otto Stockmeier (Video/Livestream) und Renè Lässig (Ton/Licht) und ihre Teams. (Ohne Foto): Danke an Anne Leichtfuss für die Übersetzung in die Leichte Sprache und Marko Georgi für die Fotos.

 

Inklusives Erwachsenen-Theater

Wir gratulieren allen Preisträger*innen und bedanken uns bei allen Theatergruppen, die sich auf den Weg gemacht haben, Biografien von Opfern der  NS-"Euthanasie"-Verbrechen auf der Bühne zu verarbeiten!

1. PREIS - "Hierbleiben...Spuren nach Grafeneck"

Theater Reutlingen Die Tonne

Ein Teil des 24-köpfigen Ensembles der Straßentheaterstücks Hierbleiben...Spuren nach Grafeneck kam persönlich unter der Leitung von Enrico Urbanek, Intendant des Theaters Reutlingen Die Tonne, nach Berlin und nahm den 1. Preis entgegen. Jürgen Dusel gratulierte, Dr. Gisela Höhne trug die Laudatio vor. Santiago Österle und Roswitha John sprachen die Dankesworte.

So beschreiben sie das Theaterstück auf ihrer Webseite: "Sie lebten in verschiedenen Einrichtungen oder bei ihren Eltern, als 1940 die grauen Busse vorfuhren und sie zum idyllisch gelegenen Schlösschen Grafeneck brachten.  Unter dem Decknamen Aktion T4 wurden hier Menschen mit Behinderungen systematisch umgebracht. Innerhalb nur eines Jahres waren es über 10.000 Menschen mit Behinderungen aus ganz Baden-Württemberg und angrenzenden Gebieten, die auf diese Art in eigens dafür eingerichteten Gaskammern in Grafeneck ermordet wurden.

Auf ihren Spuren bewegt sich die mobile Produktion des Theaters Reutlingen Die Tonne. Sie greift Fakten und Hintergründe sowie konkrete Biografien Betroffener auf. Die Darsteller*innen setzen sich spielerisch in ganz unterschiedlichen Kunstformen damit auseinander.  Das inklusive Ensemble wird dabei von Künstler*innen verschiedener Bereiche (Tanz, Musik, Medien, bildender Kunst) begleitet.  Sie besuchten mit der Produktion mehrere historische Orte in Baden-Württemberg und im ganzen deutschsprachigen Raum."

 

Dr. Gisela Höhne
Dr. Gisela Höhne

Laudatio von Dr. Gisela Höhne

„Lange nicht habe ich ein Theaterstück gesehen, in dem alles, was ich mir wünsche im Theater – Professionalität jenseits von Routine, geschichtliche Fakten, die eine tragische Zäsur im Menschsein bedeuten, persönliche Schicksale und damit einhergehend tiefe Betroffenheit, Poesie und gelungene Inklusion – so zusammenkommen wie in „Hierbleiben...Spuren nach Grafeneck“. Die jahrelange Zusammenarbeit eines professionellen Theaters Reutlingen mit dem Projekt „Die Tonne“ fruchtete in einer äußerst überzeugenden Spielweise aller DarstellerInnen. Nur dadurch konnte das Stück seine unglaubliche Strahlkraft entfalten, die es braucht, wenn es auf den Marktplätzen der Orte gespielt wird, aus deren Anstalten Betroffene in grauen Bussen zur Vernichtung nach Grafeneck gefahren wurden (Mehr...)

 

2. PREIS - T4. Ophelias Garten

David Stöhr und Ensemble

Die freie Theatergruppe "David Stöhr und Ensemble" mit  David Stöhr (3. von links) , Neele Buchholz, Maja Zeco, Saskia Göldner, Christoph Huber und Dirk Brauner nahmen den 2. Preis entgegen. Prof. Dr. Marianne Hirschberg ( ganz links) trug die Laudatio vor. Neben ihr steht Irit Kulzk, 1. Vorsitzende des Förderkreises Gedenkort T4 e.V..

T4. Ophelias Garten ist die deutsche Erstaufführung eines Theaterstücks von Pietro Floridia. Das Theaterstück erzählt die Geschichte der nationalsozialistischen Mordaktion T4.

Aus der Beschreibung des Stückes: "Zwischen Azaleen und Lilien ihres Gartens versucht Ophelia (Neele Buchholz) mithilfe von Krankenschwester Gertrud (Maja Zeco) der Zentrale T4 zu entgehen. Diese Zentrale saß 1940-41 in der Tiergartenstraße 4 in Berlin. Dort entschieden Beamte und Ärzt*innen über Leben und Tod.

Die Inszenierung von David Stöhr behandelt die Frage, wie das Verbrechen an Menschen mit psychischen Erkrankungen, an sogenanten "geistig" und körperlich behinderten Menschen und anderen von Nazis unerwünschten Personen dargestellten werden kann.  "T4.Ophelias Garten" zeigt die Geschichte der NS-"Euthanasie"-Verbrechen aus einer Position der Betroffenheit heraus."

Laudatio von Prof. Dr. Marianne Hirschberg
Prof. Dr. Marianne Hirschberg

Laudatio von Prof. Dr. Marianne Hirschberg

„Der Titel des Theaterstücks benennt die Aktion T4, das heißt die systematisch geplante Ermordung behinderter und kranker Menschen durch die Nazis. – Dagegen ist Ophelias Garten ein Ort voller Schönheit, in dem unterschiedliche Blumen blühen. Ophelia, herausragend gespielt von Neele Buchholz, fühlt sich in ihrem bunten Garten sehr wohl. Sie lässt Gertrud, die überzeugend von Maja Zeco dargestellt ist, an ihrer Freude über den Garten teilhaben. Später vermittelt Gertrud ihr energisch, dass Ophelia mehr Sonnenblumen wachsen lassen soll, weil diese von den Nazis nachgefragt sind. Dadurch könnte sie überleben. (Mehr...)

 

3. PREIS - Treppe ins Ungewisse

Theater Odos

Heiko Ostendorf, Regisseur und Autor von Treppe ins Ungewisse nahm der 3. Preis persönlich entgegen. In seiner Dankesrede bedankte er sich bei Margret Hamm, der Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Bund der Euthanasiegeschädigten und Zwangssterilisierten, die bei der Auswahl der verarbeiteten historischen Dokumente beraten hat. Die Laudatio trug Eileen Moritz vor, Jurymitglied und Beaufgtragte für Menschen mit Behinderungen Berlin-Zehlendorf.

Beschreibung des Theaterstückes: "Auf Grundlage von Zeitzeugenberichten, Gerichtsurteilen und historischen Studien ist ein Stück entstanden, das versucht, das Unsagbare auszusprechen: Menschen wurden ermordet, weil sie "störten". Sie wurden als überflüssig, als unnötige finanzielle Belastung angesehen. Als „Balastexistenzen“ abgewertet.

Das Theaterstück sucht nach Antworten. Aber auch nach Fragen. Letztlich ist es eine Suche nach Worten. "Nach Tätern und Opfern", sagt die Staatsanwältin in "Treppe ins Ungewisse". Denn sie versucht gemeinsam mit ihrem Assistenten, eine oft vergessene Gräuel während der NS-Zeit aufzurollen: die Ermordung und Zwangssterilisation von zahllosen Menschen in Psychiatrien."

Eileen Moritz
Eileen Moritz

Laudatio von Eileen Moritz

„ Die Treppe hat es in Hadamar wirklich gegeben. Sie führte in den Tod. . . . . Eine Staatsanwältin und ihr Assistent ringen um fiktive Anklageschriften gegen Ärzte, die in der NS-Zeit Medizinverbrechen begangen haben. Sie verantworten die Ermordung und die Zwangssterilisation von zahllosen Menschen. Dieses Stück ist von großer Bedeutung, weil es aufzeigt, was zu wenig in der Öffentlichkeit diskutiert wurde und wird: Ärzte des NS-Regimes wurden kaum zur Rechenschaft gezogen. Was dieses Stück aber in besonderem Maße auszeichnet, ist zum einen das würdige Erinnern an die Biographien und Schicksale der Menschen mit Behinderungen und zum anderem die klare Positionierung gegen jegliche Anmaßung, Menschen als unwert aussortieren, ausgrenzen und auslöschen zu wollen.“ (Mehr...)

 

 

Schultheater

Wir gratulieren allen Preisträger*innen und bedanken uns bei allen Schultheatergruppen, die sich auf den Weg gemacht haben, Biografien von Opfern der  NS-"Euthanasie"-Verbrechen auf der Bühne zu verarbeiten!

 

1. PREIS - BRIEFE NACH EWIGHEIM

Ensemble LichterSchatten, Marienschule Münster

Das Ensemble LichterSchatten der Marienschule Münster nahm den 1. Preis persönlich entgegen. Es wurden ausgezeichnet:  Anouk Abbing, Cosima Berger, Anna Hendler, Sanna Homann, Merit Jung, Alex März, Anna-Lisa Rölker und Christian Reick. Jürgen Dusel gratulierte. Die Laudatio trug das Jurymitglied Kai Bosch vor (2. von rechts) .  Die Urkunde überreichte Florian Kemmelmeier, pädagogischer Mitarbeiter der Topographie des Terrors ( 2. von links) und Jurymitglied.

Sieben junge Frauen, gerade 15 Jahre alt, haben sich auf den Weg gemacht, sich mit der schwierigen Vergagenheit der NS-Verbrechen an Menschen mit Behinderungen auseinanderzusetzen. Sie trugen viele historischen Dokumente zusammen, haben nach Opferbiografien recherchiert und sich mit Ihnen verbunden. Sie schufen ein dokumetarisches Theaterstück, unter der Leitung von Christian Reick. Das Stück haben sie im Rahmen der feierlichen Preisverleihung am 20. Juni in Berlin aufgeführt.

Kai Bosch
Kai Bosch

Laudatio von Kai Bosch

„In Zukunft werden wir ins Genmaterial eingreifen. Einfach, weil wir es können" ist lediglich eine von vielen bewegenden Aussagen des ergreifenden Theaterstückes "Briefe nach Ewigheim". Die Schülerinnen der Marienschule Münster widmen sich darin auch der beklemmenden Thematik der Pränataldiagnostik und präsentieren ein Stück, das die Zuschauer:innen nachdenklich stimmt.  Die Protagonist*innen von „Briefe nach Ewigheim“ haben sich durch die Theaterarbeit intensiv mit historischen Dokumenten beschäftigt. Sie fanden einen persönlichen Zugang zu den ausgewählten Opferbiografien. (Mehr...)

 

2. PREIS - Ich bin eine Hempel

Bertolt-Brecht-Gymnasium Brandenburg an der Havel

Der Kurs Darstellendes Spiel des 12. Jahrgangs des Bertold Brecht Gymnasiums aus Brandenburg an der Havel unter der Leitung von Heike Schade (4. von links) nahm den 2. Preis entgegegen. Es wurden ausgezeichnet:  Vincent Marx, Leoni Schäfer, Lina Martin, Clara Beier, Nane Müller, Djamila Büyük, Lea Pempe, Larissa Kuske, Leticia Kuske, Melina Hartmann, Leon Wackenhut, Tom Heidenreich. Die Laudatio trug das Jurymitglied Tine Rahel Völcker (2. von links), Theaterregisseurin und Autorin, vor.  In ihrer Dankesrede bedankte sich die Gruppe auch bei der Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde in Brandenburg an der Havel für die Unterstützung.
 
Die Szenencollage Ich bin eine Hempel folgt einer wahren Geschichte, die auf dem Buch „Die Hempelsche“ basiert.  Der Kurs „Darstellendes Spiel“ entwickelte daraus ein dokumentarisches Theaterstück. Der reduzierte Umgang mit dem Text, das chorische Arbeiten und die Musik von Jaspar Libuda zeichnen die Inszenierung aus.
 
Tine Rahel Völcker
Tine Rahel Völcker

Laudatio von Tine Rahel Völcker

"Schon der Titel sagt es: "Ich bin eine Hempel." Die Schüler:innen sprechen gemeinsam oder abwechselnd Elviras Sätze und zeigen somit, dass es jede und jeden hätte treffen können, insofern, als jeder Mensch chronisch krank werden oder aus einer ideologischen Vorstellung von Gesundheit herausfallen kann. Das Stück schafft eine atmosphärisch dichte Erzählung, die uns neben den Stationen der jungen Elvira immer wieder auch an die gesellschaftliche und politische Dimension gemahnt, indem sie in wechselnden Sequenzen ein Klima der Härte, des Hasses und der Ignoranz choreografisch darstellt. Die Gruppe findet eindringliche Bewegungsbilder für Macht und Ohnmacht, für Angst, Schmerz und die Spuren von Gewalt." (Mehr...)



 

3. PREIS - Ohne Worte

Carl-Orff-Gymnasium und Augustinum Werkstätten

Das inklusive Ensemble der Kooperation der Theater AG des Carl-Orff-Gymnasiums Unterschleißheim mit den Augustinum Werkstätten Oberschleißheim nahm den 3. Preis entgegen. Es wurden ausgezeichnet: Leonard Ströbel, Tobias Afghanza, Annika Löeb, Martin Schlue, Dominic Winter, Louisa von Schnurbein und Beatrice Utescheny.

Die Laudatio trug Hannah Bischof vor (ganz links), Jurymitglied, Malerin und Angehörige eines Opfers der NS-"Euthanasie"-Verbrechen. In ihrer Dankesrede bedankte sich die Gruppe beim Michael Blum, dem Leiter der Theater AG und Regisseur von "Ohne Worte". Irit Kulzk überreichte die Bücher von Sigrid Falkenstein, Julia Gilfert und Tine Rahel Völcker. Stana Schenck, Initiatorin des Wettbewerbs und Projekleiterin (ganz rechts) gratulierte ebenfalls.

Ohne Worte - Nahezu gehörlos geboren, ging F., geboren 1986, den steinigen Weg von der Regelschule über das Carl-Orff-Gymnasium an die Universität bis zum Doktortitel der Neuesten Geschichte. Im Zuge seiner Arbeit als Archivar stieß er auf die Lebensgeschichte des schwerhörigen H. aus Lustheim, von den Nazis 1941 ermordet. Theaterschüler*innen und Ehemalige des Carl-Orff-Gymnasiums tanzen und spielen zusammen mit Mitarbeiter*innen des HPCA Oberschleißheim zu autobiografischen Texten und verbinden die Zeitebenen und damit die Lebensgeschichten von Felix und Helmut. Sie schaffen eine Begegnung zweier junger Gehörloser, die sich nur auf der Bühne treffen durften...

 
Hannah Bischof
Hannah Bischof

Laudatio von Hannah Bischof

"Als ich „Ohne Worte“ das erste Mal gesehen habe, war ich verwirrt. Gehörlosigkeit? Es sollte doch um „Euthanasie“ gehen?? Aber je mehr ich sah, desto mehr war ich beschämt, weil ich begriff, dass auch das ein Ausschlusskriterium der Nationalsozialisten gewesen war, was ich nicht wusste. Und je mehr ich sah, desto berührter war ich von dem, was mir das Ensemble auf der Bühne zeigte. „Hören ist Teilhabe.“ Und das Theaterstück zeigt in beeindruckender Weise, dass ein gemeinsames, gleichberechtigtes Leben aller möglich ist, wenn man nicht separiert, nicht ausgrenzt, sondern jeden Menschen mit all seinen Fähigkeiten fördert und vor allem: wahrnimmt und zuhört. " (Mehr...)



 

 

Aufzeichnung des Livestreams der Preisverleihung

vom 20. Juni 2023 aus dem Pfefferberg Theater in Berlin

 

 

 

 

Bekanntgabe der Jury-Entscheidung

Berlin, 17. März 2023

Mit Freude verkünden wir die Entscheidung der Jury im 3. Jahrgang des bundesweiten Theaterwettbewerbs zu Biographien der Opfer der NS-"Euthanasie"-Verbrechen andersartig gedenken on stage!

In einem mehrstufigen Verfahren ermittelte die Jury  am 16. und 17. März 2023 in Berlin, unter dem Vorsitz von Dr. Gisela Höhne, die Preisträger*innen in den beiden Wettbewerbskategorien.

 

Inklusive Erwachsenen-Theater

1. PREIS 🔹Hierbleiben…Spuren nach Grafeneck/ Reutlinger Theater Die Tonne

2. PREIS 🔹T4. Ophelias Garten/ David Stöhr & Ensemble

3. PREIS 🔹Treppe ins Ungewisse/ Theater Odos

Bild: Szenenbilder (von links nach rechts): Hierbleiben..Spuren nach Grafeneck, T4. Ophelias Garten, Treppe ins Ungewisse

1. Preis - Erwachsenentheater/ Trailer

 

Schultheater

1. PREIS 🔸Briefe nach Ewigheim/ Ensemble LichterSchatten, Marienschule Münster

2. PREIS 🔸Ich bin eine Hempel/ Kurs Darstellendes Spiel Klasse12, Bertolt-Brecht-Gymnasium Brandenburg/Havel

3. PREIS 🔸Ohne Worte/Augustinum Werkstätten und Carl-Orff-Gymnasium Unterschleißheim

Bild: Szenenbilder (von links nach rechts): Briefe nach Ewigheim, Ich bin eine Hempel, Ohne Worte.

1.Preis - Schultheater/ Trailer

 

Einladung zur Preisverleihung

Die Preisverleihung findet am 20. Juni 2023 um 18.00 Uhr im Pfefferbergtheater in Berlin statt. Nach der feierlichen Übergabe der Preise durch die Jury wird das Ensemble LichterSchatten der Marienschule aus Münster das mit dem 1. Preis ausgezeichnete Theaterstück Briefe nach Ewigheim aufführen.

ANMELDUNG zur Preisverleihung

Flyer Einladung Preisverleihung

Presse-Erklärung Preisverleihung

Wir bedanken uns bei allen Theatergruppen für Ihre Einreichungen und gratulieren den Preisträger*innen!

 

EInblick in die Einsendungen andersartig gedenken 23

 

Alle Einreichungen im 3. Jahrgang:

Inklusive Erwachsenen-Theater

🔹Un(Wertes) Leben, ein Stück über Euthanasie/ Die Oppelner
🔹Hierbleiben…Spuren nach Grafeneck/ Theater „Die Tonne“
🔹Die nationalsozialistischen Krankenmorde und die Assoziationsanstalt Schönbrunn/ Münchner Kammerspiele
🔹Treppe ins Ungewisse/ Theater Odos
🔹T4. Ophelias Garten/ David Stöhr & Ensemble

 

Schultheater

🔸Nebel im August/ Schultheater „Die Moskitos, Jacob Brücker Gymnasium Kaubeuren
🔸Ich war ja da!/ Theatergruppe „Lauter sein 2.0“ der Stadtteilschule Bergedorf Hamburg
🔸Ich bin eine Hempel/ Kurs Darstellendes Spiel Klasse 12, Bertolt-Brecht-Gymnasium Brandenburg an der Havel
🔸Ohne Worte/Augustinum Werkstätten und Carl-Orff-Gymnasium Unterschleißheim
🔸SOPHIE/ Theater Blickwechsel und Mittelstufe des Gymnasiums Haar
🔸Briefe nach Ewigheim/ Ensemble LichterSchatten, Marienschule Münster
🔸Der Gendarm (Hadamar)/ Fach Theater und Darstellendes Spiel des Gymnasiums im Kannenbäckerland
🔸Hella/ Kulturprofil des 12. Jahrgangs, Gymnasium Osterbeck in Hamburg

 

 

Wettbewerbs-Kategorien

Schul- und Jugendtheater

Inklusive Erwachsenen-Theater

Thema

Wenn Menschen heute Geschichten über Menschen von damals erzählen, entsteht eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Durch eine Geschichte, ein Schicksal, begreifen wir, was damals geschah.

An die 300.000 Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen sind zwischen 1939 und 1945 durch die Nationalsozialisten ermordet worden. Sie starben den Hungertot in den sogenannten Heilanstalten, wurden vergast oder durch eine Spritze umgebracht. Es ist schwer, diesen Teil der Vergangenheit zu begreifen. Warum ist es passiert? Kann so etwas wieder passieren?

Was können wir daraus lernen und wie gehen wir heute mit Vielfalt um - das sind Fragen, die sich auftun. Junge Menschen und inklusive erwachsene Theatergruppen gehen auf Spurensuche nach Antworten.

Ablauf

Einsendefrist 31. Januar 2023

Jurysitzung 16.-17. März 2023

PREISVERLEIHUNG 20. Juni 2023 im Pfefferbergtheater in Berlin

 

Preise

In beiden Kategorien werden je drei Geldpreise ausgelobt

1. Preis   1500€

2. Preis   1000€

3. Preis    500€

Der Träger des 1. Preises in der Kategorie Schul- und Jugendtheater wird eingeladen im Rahmen der Preisverleihung im Mai/Juni 2023 in Berlin das preisgekrönte Theaterstück aufzuführen.

Vertreter*innen aller Preisträger*innen werden zu der feierlichen Preisverleihung nach Berlin eingeladen um die Preise entgegenzunehmen.

 


 

**Hier können Sie sich die Aufzeichnung der Eröffnungs-Veranstaltung vom 15. April 2021 anschauen**

 

Schirmherrschaft – Bundesbehindertenbeauftragter Jürgen Dusel

Juryvorsitzende Dr. Gisela Höhne

Der Wettbewerb wird vom Förderkreises Gedenkort T4 ausgelobt

in Kooperation mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

und dem Bundesverband Theater in Schulen e.V.

gefördert von der Aktion Mensch


Bildnachweis

Intro Bild - Theater AG der Stadtteilschule Bergerdorf Hamburg, Gewinner*innen des Jahrgangs 2019 mit dem Theaterstück: "Kinderkrankenhaus Rothenburgsort. Oder: Keine Ahnung", Foto Marko Georgi

Bild links "Schul und Jugendthetaer" - Schulzentrum Geschwister Scholl Bremerhaven, Gewinner*innen des Jahrgangs 2016 mit dem Theaterstück "KÄTHE - ein Opfer der "Euthanasie" im Nationalsozialismus", Foto Marko Georgi

Bild rechts "Inklusive Erwachsenen-Theater" - Kollektiv "I can be your translator", Einreichung 2019 außer Konkurrenz, Theaterstück "Das Konzept bin ich", Foto Jana Mila Lippitz